Edertaltracht

Eine in Nordhessen getragene Tracht

Vorstellung

Die Tracht im oberen Edertal hat Ähnlichkeit mit der mittel – bis süddeutschen Städtetracht des 16. Jahrhunderts. In den um Battenberg liegenden Dörfern Berghofen, Battenfeld, Allendorf, Haine und Rennertehausen wurde bzw. wird die Edertaler Tracht getragen. In Battenberg läßt sich die Tracht nicht mehr nachweisen.

Frauentracht

Kopfbedeckung

Eine Kopfbedeckung zur Edertaler Frauen – Tracht lässt sich erst in einiger Entfernung zum oberen Edertal nachweisen. In Haubern und Geismar (Stadtteile von Frankenberg) wird ein weißes, mit schwarzen Perlen besticktes Leinenhäubchen getragen. Schwarze Taftbänder zum Befestigen unter dem Kinn und zur Schleife am hinteren Ende befestigt komplettieren das Häubchen.

Haartracht

Die Haare sind zu Zöpfen geflochten und am Hinterkopf großzügig zur Runde gelegt. Ein eingeflochtenes Samtband dient zur weiteren Ausschmückung.

Jacke

Die Jacke wird in Varianten zur Tracht des Edertals getragen. In Allendorf, Haine, Rennertehausen und Röddenau ist es ein gerade geschnittener, kurzer Motzen mit aufgesetztem Samtband als Wiener Naht und Samtkragen, vorderem Samtbesatz und Samtabschluß an der Taille. Ein weißes Spitzenrüschchen am Kragen vervollständigt den Motzen. In Berghofen und Battenfeld hingegen ist der Motzen durch vier Teilungsnähte stark tailliert, den Ausschnitt schmückt ein Stegkragen, die eingesetzten Ärmel sind oben eingerüscht und mit Litze oder Samtband verziert.

Rock

Ein Beiderwandsrock mit 4 bis 6 Aufnähten und Samtband bzw. Samtzacken am unteren Rand ist in der Taille in kurzen Falten eingelegt. Fest am Rock befestigt ist ein Leibchen, welches im Material farblich zum festlichen Stoff gewählt wurde.

Schürze

Die Schürze ist vom Material passend zum Motzen, ebenfalls in kleine Falten gelegt und mit Litze und Samtband verziert. Zur Sommertracht konnte auch eine weiße Baumwollschürze getragen werden.
Hemd, Unterwäsche, Str

Hemd, Unterwäsche, Strümpfe, Schuhe

Leinenhemd, Leinenunterhose, dunkle Wollstrümpfe und dunkle Schuhe vervollständigen die Frauentracht des oberen Edertals.

Männertracht

Die Männertracht unterscheidet sich nicht grundlegend von Männertrachten, welche in anderen Trachtengebieten getragen wurde.

Kopfbedeckung

Eine blau – weiß gemusterte Wollmütze mit Bommel ist Bestandteil der Männertracht.

Kittel, Halstuch

Der blaue Leinenkittel wurde mit unterschiedlichen Mustern bestickt. Diese unterschiedlichen Verzierungen lassen eine räumliche Einordnung zu. Die Kittel im Waldecker Land sind zusätzlich mit Knöpfen verziert. Dazu kommt ein rot-weißes Halstuch.

Hase, Strümpfe, Schuhe

Im Alltag war wohl eine, aus grobem Material, z.B. Manchester, gearbeitete, Hose üblich. In der Ernte wurde dazu die aus gebleichtem Leinen hergestellte Schnitterhose getragen. Die Beinabschlüsse konnte man eng zubinden um Getreidespelzen am Eindringen zu hindern. Zum Sonntagsstaat gehörte eine schwarze Tuchhose. Heute wird z.B. von den Männern der Landjugendgruppe Geismar eine schwarze Tuch – Kniebundhose getragen und dazu blaue Kniestrümpfe mit schwarzem Schuhwerk.

Galerie

Literaturempfehlung

Justi, Ferdinand (1989): Hessisches Trachtenbuch. Hitzeroth Verlag Marburg. Seite 66-68. ISBN 3-925944-61-3
Wagner, Rita (1999): Beschreibung der Frauentracht des Edertals. Aus: „Laisa Tradition und Alltag“ (Dokumentation).
Quellen
  • Justi, Ferdinand (1989): Hessisches Trachtenbuch. Hitzeroth Verlag Marburg. Seite 66-68. ISBN 3-925944-61-3
  • Wagner, Rita (1999): Beschreibung der Frauentracht des Edertals. Aus: „Laisa Tradition und Alltag“ (Dokumentation).