Imker

Ein Handwerk aus der Lebensmittel Branche

Entwicklung des Imker-Handwerks

Der erste Nachweis von Honigbienen findet sich in 50 Millionen Jahre altem Bernstein. Der Mensch der Frühzeit hat als Sammler bereits den Honig als energiereiche Nahrung geschätzt. Eine Höhlenzeichnung in Spanien, die etwa 10.000 Jahre alt ist, zeigt den Menschen als Honigjäger. Bald darauf muss die Kultivierung von Bienen begonnen haben, und bereits 4000 vor Christus war die Bienenhaltung in Ägypten hoch entwickelt. Auch im alten Griechenland wurden die Bienen, ihr Fleiß, ihre Baukunst und ihr Gemeinschaftssinn hoch geschätzt. Um 700 vor Christus gab es bereits Bienenkörbe aus geflochtenem Stroh. In Mitteleuropa wird die Bienenzucht zuerst durch die Westgoten und später, 800 vor Christus, durch Karl den Großen gesetzlich geregelt. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts war die Bienenzucht sehr verbreitet und gelangte vor allem durch die Klöster zu hoher Blüte. Danach wurde der Honig, der bis dahin das wichtigste Mittel zum Süßen von Speisen und Getränken war, zunehmend durch billigeren Zucker aus der neuen Welt ersetzt.


Der Zeidler, wie der Urimker genannt wurde, hatten das Recht, in der freien Natur Honig und Bienenwachs zu sammeln. Das Ausbeuten wilder Bienenstöcke war immer mit der Zerstörung der Waben und dadurch oft mit der Vernichtung des Bienenvolkes verbunden. Daher ging man immer mehr von der Nutzung der Wildbiene zur Haltung von Hausbienen über. In der Anfangszeit der Imkerei wurden die Bienen in Strohkörben oder hölzernen „Klotzbeuten“ (abgesägte und ausgehöhlte Baumstümpfe) mit fest eingebauten Waben gehalten. Um die Bienenvölker nicht zu stark zu belasten, wurden von den Waben nur Teile abgeschnitten. Im 19. Jahrhundert wurde die herausnehmbare Wabe als Holzrahmen eingeführt. Damit wurde es auch möglich, den Honig durch Schleudern der Wabe zu gewinnen. Die Wabe wurde dadurch nicht beschädigt und konnte wieder verwendet werden. Die Imkerei hat sich bis heute weitestgehend unverändert erhalten.

Tätigkeiten eines Imkers

Ein Bienenvolk ist eine soziale Gemeinschaft mit strenger Arbeitsteilung. An ihrer Spitze steht die Bienenkönigin. Sie ist als einzige Biene fortpflanzungsfähig. Das eigentliche „Volk“ besteht aus Arbeitsbienen, die sich um die Eier, der „Brut“, kümmern. Dazu bauen sie Waben aus Wachs, die aus sechseckigen Zellen, bestehen. In diesen Zellen wird jeweils ein Ei abgelegt. Als Nahrung werden die Waben mit gesammeltem Honig und Pollen befüllt. Aus den Eiern schlüpfen dann Arbeiterinnen oder neue Königinnen. Es werden auch unbefruchtete Eier in Waben abgelegt. Daraus entstehen die männlichen Bienen, die Drohnen. Bienen verfügen über einen ausgeprägten Orientierungssinn und erstaunliche Kommunikationsfähigkeiten. Die Bienen informieren ihre Artgenossen über Qualität, Entfernung und Richtung einer Futterquelle, mittels Rund- und Schwänzeltänzen.

Der Imker braucht keine modernen, speziellen Maschinen für sein Handwerk. Seine Grundausstattung ist sehr einfach. Als Schutz gegen eventuelle Bienenstiche trägt der Imker einen Schutzanzug, am besten einen Overall, der verhindert, dass Bienen in Kleidungsritzen krabbeln. Dazu trägt er einen Imkerhut mit einem Schleier, der bis auf die Schultern reicht, und natürlich Handschuhe. Um die Waben aus dem Bienenstock zu nehmen, verwendet er einen Stockmeißel. Ein feiner Handbesen dient dem Imker dazu, die auf den Waben sitzenden Bienen vorsichtig abzustreifen. Um die Bienen, die sich im Stock gestört oder bedroht fühlen, zu beruhigen, bläst der Imker aus einer Kräuterpfeife einen speziellen, feinen Qualm in Richtung der Bienen. Das größte Gerät des Imkers ist die Honigschleuder, eine Zentrifuge. In ihr werden die Waben so in Rotation versetzt, dass der Honig aus den Wabenzellen getrieben wird

Honig ist die natürliche Winternahrung der Bienen. Sie sammeln den Nektar der Blüten. Die „Rohstoffe“ werden durch körpereigene Stoffe der Biene zu Honig verarbeitet und in den Waben gelagert. Es gibt verschiedene Arten von Honig, der sich aus der Herkunft der Pollen ergibt. Keinem Imker ist es möglich, das ganze Jahr über Honig gleicher Sorte und Qualität zu liefern.
Wahrhaft königlicher Honig ist „Gelee Royale“, ein Spezialhonig, den die Bienen für ihre Königin zubereiten und in besonderen zapfenförmigen Königinneneizellen aufbewahren.


Ein weiteres Produkt der Bienen ist das Bienenwachs. Wachs ist ein körpereigenes Produkt der Bienen, das aus ihren Wachsdrüsen austritt. Die Bienen verwenden das Wachs zum Bauen ihrer Waben. Der Imker gewinnt das hellgelbe bis braune Bienenwachs durch Einschmelzen der Waben. Früher war Bienenwachs das übliche Material zur Herstellung von Kerzen.
Ein weiterer wichtiger Stoff ist das Bienengift, das für medizinische Zwecke Anwendung findet.

Werkzeuge eines Imkers

Quellen
  • Autor: Dr. Peter Albrecht
  • ARD Mediathek, Handwerkskunst
  • Lexikon des alten Handwerks, C.H. Beck München
  • Handwerkszeug und bäuerliches Arbeitsgerät in Franken, Verlagsdruckerei Schmidt, Neustadt a.d. Aisch
  • Geschichte des Handwerks, Edition XXL GmbH, Fränkisch.Crumbach, 2019