Knopfmacher

Ein Handwerk aus der Leder und Textil Branche

Entwicklung des Knopfmacher-Handwerks

Obwohl seit etwa dem 13. Jahrhundert zuerst die Paternosterer (Petenmacher, Rosenkranzmacher) und Drechsler aus organischen Materialien wie Holz und Bein, später auch Gold- und Knopfschmiede, Rot-, Gelb- und Zinngießer sowie Gürtler aus Metallen und Legierungen, Knöpfe herstellten, bezieht sich die Berufsbezeichnung Knopfmacher (Knopf- und Schnurmacher, Knopf- und Crepinarbeiter) ausschließlich auf die Produzenten bestimmter textiler Knöpfe. Diese zählten zunächst zum breiten Arbeitsgebiet der Posamentierer. Doch seit dem 16. Jahrhundert spezialisierten sich zunehmend Meister auf die Herstellung von Knöpfen und konnten sich von den Posamentierern trennen und in eigenen Zünften organisieren. Neben den typischen Knöpfen und Verschnürungen stellten die Knopfmacher vor allem verschiedene Gürtel aus Schnüren, Quasten, Säbelgehänge und Gestecke für Kopfbedeckungen her. Die Knopfmacher produzierten neben dem namengebenden Produkt auch noch Gängelbänder, Schleifen, Quasten, Banderolen, Zweifelknöpfe, Kniegürtel etc.. Die hohen Preise der Ausgangsmaterialien z.B. Seide, Gold- und Silberdraht führten auch in diesem Handwerk in manchen Fällen zu verlagsähnlichen Abhängigkeiten. Andererseits führte der geringe Werkzeugbedarf auch zu einer großen Anzahl von außerzünftig tätigen Pfuschern, darunter Frauen und Soldaten, die meist nur das schon zu Schnüren verarbeitete Ausgangsmaterial verwendeten. Änderungen der Mode, die Verbreitung der Metallknöpfe, aber auch die Entstehung größerer Manufakturen führten bereits im 18. Jahrhundert zu einer merklichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.

Tätigkeiten eines Knopfmachers

Alle diese Erzeugnisse wurden weitgehend in reiner Handarbeit verfertigt. In Streitfällen wurde das Arbeitsgebiet der Knopfmacher und der Posamentierer so abgegrenzt, dass die Posamentierer alle Stuhl- und Handarbeit mit Ausnahme der Knöpfe herstellen durften. Dementsprechend bescheiden war auch die Ausstattung der Werkstätten mit Maschinen und Werkzeugen. Auf einem kleinen Drehrad (ähnlich dem Seiler) wurde das Grundmaterial (Seide, Kamelhaar, Wolle, Zeigen- und Roßhaar sowie ein Gemisch aus Seide und Kamelhaar) zu einem meist vierfachen Faden (Kortel) verarbeitet und auf der Gimp(f)mühle, der „Gimp(f)“ hergestellt. Seide und Garne wurden meist vom Meister selbst eingefärbt. In freier Handarbeit wurden die Korteln auf, von den Drechslern gedrehten hölzernen Knopfformen, in mehreren Lagen mit Nähnadeln so angebracht, dass unterschiedliche Muster entstanden. Zusätzlich konnten solche Knöpfe noch mit aus Gimp(f) geformten Verzierungen geschmückt werden. Für besonders wertvolle Knöpfe wurden bereits für das Grundmuster mit Gold- und Silberdraht übersponnene Seidenfäden verwendet. Neben diesen genähten Knöpfen wurden auch gestickte Knöpfe angefertigt. Dazu wurde ein Ring aus verzinntem Eisendraht mit Leinen überzogen, ausgefüllt und das gewünschte Muster mit Sticknadeln aufgestickt. Häufig kam auf das Leinen vorher noch eine aus Gold- und Silberfolie gestanzte Auflage. Für die anderen Erzeugnisse wurden noch weitere Nadeln, Klöppelhölzer und kleine Haken benötigt.

Werkzeuge eines Knopfmachers

Quellen
  • Autor: Wolfgang Gürtler
  • Lexikon des alten Handwerks, C.H. Beck München
  • Handwerkszeug und bäuerliches Arbeitsgerät in Franken, Verlagsdruckerei Schmidt, Neustadt a.d. Aisch
  • Geschichte des Handwerks, Edition XXL GmbH, Fränkisch.Crumbach, 2019